Weil man nur einmal im Leben Erasmus ist und deshalb das Glas immer bis auf den letzten Tropfen austrinken sollte, haben wir zwischen den Prüfungen drei Tage Madrid eingeschoben. Soll heißen: 7 Mädls, ein erstaunlich komfortabler Nachtbus und leider kein Reiseführer, sondern nur die eigene Faust. Also versuchten wir, in die wenigen Tage so viel Madrid wir nur möglich zu pressen und das ganze im Stück zu schlucken – ist aber gar nicht so einfach bei einer Stadt, die so groß, so bunt und so unheimlich lebhaft ist. Neben dem üblichen Touri-Programm –das wir natürlich mit Fotoapparat und Stadtplan bewaffnet durchgezogen haben- hat Madrid nämlich wirklich noch viel mehr zu bieten. Die Häuser sind nicht alle so hübsch und fein rausgeputzt wie in Sevilla, aber das macht nichts, weil man von den ganzen verschiedenen Menschen auf der Straße zu abgelenkt ist, um nach oben zu schauen. Und auch das Sightseeing an sich war nicht so spannend wie erwartet. Das Seltsame ist, dass all diese kleinen, gar nicht so besonderen Teile zusammen ein erstaunliches Gesamtes ergeben, eine tolle Stadt, bei der ich gleich Lust bekommen hatte, dort zu wohnen. Aber nein, natürlich ist nicht alles Sightseeing unspektakulär gewesen: einen Tag (und wirklich nahezu den ganzen Tag) verbrachten wir im Prado-Museum, sozusagen einem Mekka aller, die gerne auf alte Leinwände in riesigen Rahmen starren. Dieses Museum ist wirklich beeindruckend, man sieht all die großen Namen, die man schon so oft gehört hat und immer noch nicht zuordnen kann, und natürlich ist es überaus praktisch, wenn man zufällig eine Kunstgeschichte-Studentin zur Hand hat (yeah!). Trotz oder wegen schmerzender Füße, mexikanischem Essen, verwirrenden Schmuckverkäufern, Museen, spanischem Essen, Urwäldern in Bahnhöfen, aufdringlichen Männern und indischem Essen hat sich Madrid also als sehr liebenswerte Stadt entpuppt.
Danach ging der Ernst des Leben –oder was davon in la vida erasmus übrig geblieben ist- allerdings wieder los und ich musste meine Prüfungen hinter mich bringen. Nun ja, sagen wir, hinter mich gebracht hab ich sie.
So, und nun die letzte Woche, und ich mache das einzig Sinnvolle: essen, shoppen und feiern gehen.
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