Wie im Rest der großen weiten Welt ist auch in Sevilla das WM-Fieber ausgebrochen. Leider hat man hier von Public-Viewing im eigentlichen Sinne (also, in freier Wildbahn mit Leinwand und zu teuerem Bier in Plastikbechern) noch nie etwas gehört; wir mussten uns also eine Lieblings-WM-Bar suchen, was aber auch ok ist: es gibt dort Pommes, Bier und einige Fernseher, und der Kellner kennt uns mittlerweile auch schon.
Ich frage mich gerade schon in ängstlicher Erwartung, was auf den Straßen wohl morgen nach dem Spanien-Spiel los sein wird… die Spanier haben nämlich schon ohne Anlass die nervtötende Angewohnheit, laut und durchgehend zu hupen. Ein besonders umsichtiges Exemplar eines Anwohners fängt beispielsweise jede Nacht um 12 Uhr–nachdem er eine halbe Stunde bei laufendem Motor in seinem Auto vor meinem Fenster gesessen hat- zu hupen an. Und zwar so lange, bis der, auf den er wartet, endlich aus dem Haus kommt- und der andere schient eher eine gemütliche Natur zu sein…Na ja, man gewöhnt sich an Vieles und ich gehe jetzt immer erst nach 12 schlafen. Pünktlich um halb 1 kommt zwar die Müllabfuhr und macht ohrenbetäubenden Lärm, aber man kann ja nicht alles haben.
So, dann noch eine Geschichte zur aufopferungsvollen Hilfsbereitschaft junger Menschen: ich hatte letztens meinen Freund und Helfer, mein Radl, in der Nähe von ein paar Bars abgestellt und musste beim Losfahren bemerken, dass der Lenker und das Blech total verbogen waren. Mein pessimistisches Ich wollte gleich anfangen, über randalierende Spanier zu zetern, als mein praktisches Ich alles wieder gerade bog und feststellte, dass plötzlich die Bremsen funktionierten! Na ja, und als der Optimist, der ich nun mal bin, gehe ich jetzt einmal davon aus, dass jemand netterweise meine Bremsen repariert hat und dabei vielleicht aus Versehen den Rest des Rads ein bisschen demoliert hat =)
Morgen in der Nacht geht es mit dem Bus nach Madrid, der letzte Ausflug in Spanien. Ich freu mich schon darauf, wie es ist, „echtes“ Spanisch zu hören!
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen