Donnerstag, 22. April 2010

Zeitreisen und Vulkanausbrüche


Dass man bei einer Reise nach Marrakesch zwei Stunden geschenkt bekommt und somit um 10.00h wegfliegen und um 9.20h ankommen kann hat unsere kleine Reisegruppe gleich begeistert. Dass das Raum-Zeit-Gleichgewicht für unbedachte Zeitreisen jedoch offenbar einen Preis verlangt, das erfuhren wir erst nach drei Tagen in der Stadt des Chaos.
Wenn ich nur ein Wort hätte, dann würde ich Marrakesch als absurd beschreiben. Absurd schmutzig auf den ersten Blick, absurd orientierungslos auf den zweiten und absurd spannend auf den dritten. Wer schöne Paläste oder überhaupt Schönheit im herkömmlichen Sinn erwartet, der wird bitter enttäuscht seine sieben Sachen packen und wieder ins aufgeräumte Europa zurückkehren müssen. Dafür bekommt in all dem wirren Gedrängel eine völlig neue Welt zu sehen, wer die Augen schön weit offen hält. Das unüberschaubare Labyrinth des Bazars zieht natürlich vor allem uns glitzer-klimper-kaufsüchtige Mädls an, aber auch untreuegefährdete Freunde teurer Marken kommen voll auf ihre Kosten: Chanel, Louis Vuitton, Converse, Ray Ban und so weiter und so fort und das alles sehr original und zu einem good price, wenn man den Händlern trauen darf (das darf man aber nicht). Nach 3 Tagen sind wir jedenfalls so geübt im Preise aushandeln, dass wir zum Flughafen die Hälfte weniger zahlen als bei der Hinfahrt. Doch nach der Taxifahrt –zu Siebt im 5-Sitzer, ist doch selbstverständlich- vergeht uns aber das Lachen recht schnell, als wir die ungläubigen Gesichter vieler, vieler Leute vor den Tafeln voller „Cancelled“-Anzeigen sehen. Und weil Ryanair nun mal Ryanair ist und auch nichts für Aschwolken kann, bleibt uns nichts anderes übrig als eine 10-Stunden-Zugfahrt nach Tanger anzutreten, dort zu übernachten, beim Ticketkauf für die Fähre noch einmal schnell über den Tisch gezogen werden und dann noch ein paar Stunden mit dem Bus nach Sevilla zu fahren…
Und die Moral von der Geschicht: Mit Zeitreisen spielt man nicht!
Aber weil sich das jetzt irgendwie so dramatisch anhört: der Trip nach Marokko war toll, und auch die etwas verlängerte Heimfahrt war in unserer bunten 6er-Gruppe nicht so übel wie man meinen könnte. Auch wenn 4 davon Österreicher waren (HAHAHAHA). Kleiner Scherz.

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