Am Wochenende haben wir die Gunst der Stunde bzw. des Wetters genutzt, um uns zu Fünft in einen Ford Fiesta zu zwängen und die dreistündige Fahrt nach Granada anzutreten. Ich wurde gottseidank von der Aufgabe des Fahrens verschont, zum Wohle aller, vermutlich… Die erste Regel auf Spaniens Straßen lautet nämlich sehr darvinistisch: survival of the fittest.
Granada war dann jedenfalls toll, auch wenn wir es irgendwie nicht geschafft haben, den Eingang zur Kathedrale zu finden. Die Alhambra durfte natürlich auf unserer Tour nicht fehlen und ich muss schon sagen, das ist eine Palastanlage, in der es sich vermutlich gut leben ließ - auch wenn der halbstündige Bergaufstieg für mich nicht gerade einen Pluspunkt ausmacht =) Bei all dem Besichtigungsstress hatten wir einen Bärenhunger bekommen, leider aber zu einer unmöglichen Zeit für Spanien: zwischen 17 und 20 Uhr findet man hier kein Lokal, das offen hat – bis auf BurgerKing, wo wir im Endeffekt auch gelandet sind und uns dabei sehr touristisch gefühlt haben.
Gegen Abend ging es weiter nach Málaga. Die Landschaft auf der Fahrt dorthin soll sehr beeindruckend gewesen sein, davon kann ich aber leider nichts berichten, weil holpriges Autofahren auf mich eine unglaublich einschläfernde Wirkung hat… Málaga an sich ist eine nette Stadt mit einer Vorliebe für Einbahnstraßen und einem Picasso-Museum, das keine wirklich berühmten Bilder abgekriegt hat. Unser Hostel war auf den ersten Blick super, leider hatten wir etwas unangenehme Zimmergenossen – meine Ohrstöpsel bewahrten mich allerdings vor dem schlimmsten alkoholinduzierten jugendlichen Übermut. Meine Mitreisenden überkamen allerdings zeitweise ziemlich heftige Mordgelüste…
Nach Málaga ging es weiter über eine Küstenstraße –was ich leider wieder verschlafen habe- nach Marbella. Dort erwischten wir ausgerechnet die eine Stunde des Tages, in der es regnete, und auch den Strand würde ich hier nicht als bella bezeichnen: der Ruf vom schönen Meer hatte dort leider zur Folge, dass eine ganze Menge Blockhotels aus dem Boden gestampft wurden und nun nicht gerade zur Verschönerung des Stadtbilds beitragen. Das Stadtzentrum haben wir super vorbereiteten Ausflügler ohne Stadtplan leider nicht gefunden, deshalb sind wir gleich weiter zu unserer letzten Station: dem Bergstädtchen Ronda. Die Fahrt dorthin konnte nicht einmal ich verschlafen, weil der unglaubliche Blick über die bergige Landschaft niemanden ein Auge zutun ließ. Ronda selbst ist eine erstaunliche Stadt, die über einen Fluss und am Rande einer Klippe gebaut ein wirklich spektakulärer Anblick ist.
Weil ein Ausflug pro Woche noch nicht genug ist, haben Rainer und ich gestern einen Strandtag in Cádiz eingelegt und sind mit Sonnenbrand und Sand in den Haaren wieder nach Sevilla gekommen.
Alles in allem also eine tolle Sonnenwoche, die allein dadurch getrübt wurde, dass irgendwelche randalierenden A********* mein Fahrrad kaputt gemacht haben, und das noch dazu am anderen Ende der Stadt, was um so blöder ist, weil die Busfahrer sich weigern einen mit Rad mitzunehmen…
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