Wenn man zu Fuß unterwegs ist, dann soll man immer ein fröhliches Lied auf den Lippen haben, das macht das Leben einfacher und hässliche Sachen schöner. Wenn ich das aber täte, dann wären meine Lippen mittlerweile dick geschwollen. Gehen ist hier nämlich das Fortbewegungsmittel Nummer eins, jedenfalls für all diejenigen, die Beine haben und nicht auswendig wissen, wo welche Busse abfahren und hinfahren (und zu denen zähle ich leidergottes). Buspläne gibt es hier nämlich ebenso wenig wie feste Haltestellen. Man ist also gut beraten, vorsorglich an der Haltestelle mit dem Armen zu wedeln, um den Busfahrer dazu zu bringen, einen Stopp einzulegen…(das erste Vorurteil zu Spanien ist hiermit bestätigt!)
Dennoch habe ich es geschafft, zu meinem Institut zu gelangen - nach einer anderen kleinen Odyssee, selbstverständlich. Zur Uni an sich kann ich leider noch nicht sehr viel sagen, weil 3 von meinen Kursen bisher ausfielen weil der Professor sich entschlossen hat, nicht zum Unterricht zu kommen. Doch die anderen Professoren sind sehr nett, glaube ich zumindest, weil ich sie nicht verstehe. Es ist immer sehr witzig: ich sitze ganz vorne in der unbesiegbaren Hoffnung auf ein Wort, das ich kenne und verstehe. Dann sehe ich mich um und beobachte meine Kommilitonen: in den ersten 3 Reihen sitzen meistens ein paar vereinzelte Studentinnen, die ab und an verwirrte und bisweilen verzweifelte Blicke in die Runde werfen. Das sind die anderen Erasmus-Studenten. Wenn ich ganz sicher gehen will, muss ich nur warten, bis der Professor einen Witz macht. Wer dann nicht lacht, der versteht genauso wenig wie ich und ist Austausch-Student. Somit fungiert meine Uni als 1a Kontaktbörse.
Ich besitze nun ein Fahrrad. Nici hat es mir vererbt und es sieht klasse aus und hat zwei große Schlösser. Leider funktionieren die Bremsen nicht und die Luft hält nicht in den Reifen. Habe eben versucht sie nach Papas Abweisungen aufzupumpen. Jetzt ist gar keine Luft mehr in den Reifen… Merke: zur Werkstatt fahren sobald ich weiß was „Bremse“ und „Schlauch“ heißt.
Heute geht es voraussichtlich noch auf die Erasmusparty nummero uno. Darüber habe ich bisher folgende Hypothesen aufgeschnappt: 1. Dort sind Erasmus-Studenten (na, klingt logisch). 2. Die Meisten sind dort betrunken. 3. Man kann dort gut Kontakte zu anderen Erasmus-Studenten knüpfen (siehe 1.&2.). 4. Spanien gehen dort hin, um sich Mädls aufzureißen, deren Lieblingssatz wie mein eigener lautet: „Lo siento, no entiendo“ (tut mir leid, ich versteh nichts). Ich werde die Behauptungen heute empirisch überprüfen und euch die Ergebnisse mitteilen.
Ach ja. Fotos gibt’s erst, wenn hier die Sonne scheint. Basta.
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