Freitag, 26. Februar 2010
Wie ist der Plan?
Berichte zum Wochenende folgen dann, wenn ich Zeit habe!
Mittwoch, 24. Februar 2010
Sturmhöhe
Das Wetter verdient langsam den Titel ‚frühlingshaft’ und leider wirkt sich das umgekehrt proportional auf die Häufigkeit meiner Blogs aus…Sorry! Jetzt aber endlich der Rückblick auf ein Wochenende spanischer Art am südwestlichsten Ende des Landes:
Ich bekam die Gastfreundschaft der Spanier voll zu spüren, als uns Freunde von Nici -ohne mich zu kennen- in ihr Haus einluden um mit ihnen Carneval zu feiern. Da ließen wir uns mal nicht lange bitten und saßen schwup mit Sack und Pack auf der Rückbank ihres Autos. Carneval ist in Cádiz annähernd so wichtig wie in Rio de Janeiro muss man wissen und lässt sich deshalb auch nicht von so unbedeutenden Dingen wie dem Beginn der Fastenzeit unterbrechen. Eiseskälte und Sturzbäche vom Himmel haben aber für etwas weniger nackte Haut gesorgt, als das vielleicht in Rio der Fall ist, doch die Feierstimmung lässt sich der Spanier auch vom Wetter nicht trüben. Und die Röcke der Mädchen sind ja trotzdem noch kurz genug um jedem Mitteleuropäer ein „Achdumeinegüte“ zu entlocken.
Carneval bedeutet vor allem eines: Botellón. Das bedeutet, jeder zwischen 14 und 75 hortet Schnapsflaschen, Cola und Eis –lieber würden sie erfrieren als auf Eis im Glas zu verzichten!- und pilgert mit Tüten in den Händen in die pittoreske Altstadt von Cádiz. Und dort wird gesoffen –pardon, getrunken, was das Zeug hält. Die erste und einzige Regel die mir beigebracht wurde: es gibt keine Regeln. Leider machte ich am ersten Abend doch die Erfahrung mit einer Regel: spanische Faschingsgesellschaften sind ohne einen sehr hohen Alkoholpegel ebenso wenig zu ertragen wie deutsche… Aber aus Fehlern lernt man, und da am ersten Abend sowieso nur ein wenig hineingeschnuppert wurde und wir schon um 6 Uhr früh wieder zu Hause waren (haha), konnten wir Ausländer unsere Talente in der nächsten Nacht zeigen. Um eine angemessene Basis zu schaffen, wurde zuerst in einer Bar zu Abend gegessen –gegen Mitternacht, versteht sich. Sehr amüsant war wurde es, als ich ein vegetarisches Gericht bestellen wollte. Unser ganzer Tisch versuchte etwas für mich zu essen aufzutreiben, wobei die Vorstellungen davon, was kein Fleisch ist, sehr weit auseinander gehen – Schinken wird einem Vegetarier hier zum Beispiel getrost angeboten, weil es in Andalusien eher so etwas wie ein Grundnahrungsmittel ist. Ich bekam schließlich ein Kilo Knoblauchmayonnaise mit Kartoffelstücken drin und erntete verstörte Blicke, als mein mitteleuropäischer Magen nicht einmal die Hälfte schaffte. Als wir uns dann gerade in der herrlichsten Cola-Rum-mit-Eis-Laune in den Armen lagen und durch die Straßen wandernd spanische Volkslieder und „Einst ging ich am Strande der Donau entlang“ sangen, da kam ein Sturm auf, der jedem Hollywoodregisseur Freudentränen in die Augen getrieben hätte. Die Palmen knickten fast und das Wort gießen ist eine Untertreibung für diesen Fluss, der vom Himmel fiel. Mein Schirm hat das Ganze nicht überlebt, ich schon, obwohl wir vier Stunden unter einem Vorsprung kauerten, wo es nicht so stark regnete –ja, entschlossen an Probleme heranzugehen ist nicht gerade des Spaniers größte Stärke.
Obwohl das Wetter also ernsthaft gegen uns war, hatten wir ein tolles Wochenende, an dem ich viele nette Menschen und den Strand des Atlantik kennen lernte. Außerdem entpuppte sich unsere Übernachtungsmöglichkeit als andalusicher Palast und statt einer Isomatte am Boden gab es für jeden ein eigenes Zimmer und für den Vegetarier Salat zum Frühstück. Und ein bisschen stolz bin ich auch, dass ich ein Wochenende überstanden habe, an dem ich nur mit Spaniern reden konnte – und zwar Spanisch!
PS: Es gibt mittlerweile die ersten Bilder auf Facebook!
Freitag, 19. Februar 2010
PS
Heute geht es los übers Wochenende nach Cádiz zum Carneval mit Nici und deren Freunden. Berichte über die spanische Faschingsgesellschaft folgen!
Mittwoch, 17. Februar 2010
Das Wandern ist des Müllers Lust….
Dennoch habe ich es geschafft, zu meinem Institut zu gelangen - nach einer anderen kleinen Odyssee, selbstverständlich. Zur Uni an sich kann ich leider noch nicht sehr viel sagen, weil 3 von meinen Kursen bisher ausfielen weil der Professor sich entschlossen hat, nicht zum Unterricht zu kommen. Doch die anderen Professoren sind sehr nett, glaube ich zumindest, weil ich sie nicht verstehe. Es ist immer sehr witzig: ich sitze ganz vorne in der unbesiegbaren Hoffnung auf ein Wort, das ich kenne und verstehe. Dann sehe ich mich um und beobachte meine Kommilitonen: in den ersten 3 Reihen sitzen meistens ein paar vereinzelte Studentinnen, die ab und an verwirrte und bisweilen verzweifelte Blicke in die Runde werfen. Das sind die anderen Erasmus-Studenten. Wenn ich ganz sicher gehen will, muss ich nur warten, bis der Professor einen Witz macht. Wer dann nicht lacht, der versteht genauso wenig wie ich und ist Austausch-Student. Somit fungiert meine Uni als 1a Kontaktbörse.
Ich besitze nun ein Fahrrad. Nici hat es mir vererbt und es sieht klasse aus und hat zwei große Schlösser. Leider funktionieren die Bremsen nicht und die Luft hält nicht in den Reifen. Habe eben versucht sie nach Papas Abweisungen aufzupumpen. Jetzt ist gar keine Luft mehr in den Reifen… Merke: zur Werkstatt fahren sobald ich weiß was „Bremse“ und „Schlauch“ heißt.
Heute geht es voraussichtlich noch auf die Erasmusparty nummero uno. Darüber habe ich bisher folgende Hypothesen aufgeschnappt: 1. Dort sind Erasmus-Studenten (na, klingt logisch). 2. Die Meisten sind dort betrunken. 3. Man kann dort gut Kontakte zu anderen Erasmus-Studenten knüpfen (siehe 1.&2.). 4. Spanien gehen dort hin, um sich Mädls aufzureißen, deren Lieblingssatz wie mein eigener lautet: „Lo siento, no entiendo“ (tut mir leid, ich versteh nichts). Ich werde die Behauptungen heute empirisch überprüfen und euch die Ergebnisse mitteilen.
Ach ja. Fotos gibt’s erst, wenn hier die Sonne scheint. Basta.
Sonntag, 14. Februar 2010
Suchen & Finden
So, genug gejammert. Es gibt auch viel Positives zu berichten.
Nach zwei Tagen nervenaufreibender Suche und der Bestaunung einiger freakiger Wohnungen oder Freaks in den Wohnungen, hab ich endlich ein Zimmer gefunden. Es ist super-zentral und das Haus ist wunderschön, Altbau und neu renoviert, mit Dachterrasse und Pflanzen und Fliesen und einfach SPANISCH. Ich wohne mit einer Dolmetscherin zusammen, die perfekt Deutsch spricht (jippee) und mein Zimmer hat den Nachteil, dass es im Erdgeschoss ist und jeder, der in der kleinen Gasse davor vorbei marschiert, mit einem schnellen Blick durchs Fenster abchecken kann, was ich denn gerade so mache =)
Zwischen Regen und Wohnungssuche ist mir natürlich auch noch Zeit geblieben, ein wenig ins Nachtleben hinein zu schnuppern. Wir waren –was sonst?- Tapas essen und danach in einer Bar, in der Flamenco getanzt wurde, was sich als absurder, aber nichtsdestoweniger interessanter Stampf-Klatsch-Tanz einer Frau mit furchtbar leidendem Gesichtsausdruck entpuppt hat. Weil halb eins in Spanien noch viel zu früh (!) ist, um in eine Disco zu gehen, ging es danach wieder in eine Bar und erst danach in einen Club. Diesen Ablauf stelle ich jetzt mal als Prototyp der spanischen Vorstellung von Abendgestaltung in die Runde und werde mich nach Kräften bemühen, diese Behauptung zu überprüfen!
Ach ja, und morgen beginnt auch die Uni. Bericht folgt!
Donnerstag, 11. Februar 2010
Von Schneebergen und Ankünften
Ich dachte noch: Hätte ich vielleicht doch den Wintermantel anziehen sollen…? Und dann sah ich Palmen, Sonne und braunes Gras. Es hatte heute 19 Grad –sagt die Anzeige in der Stadt- und meine erste Aktion war eine Parkbank aufzusuchen und mein KinderCountry mit den Spatzen zu teilen. Hier ist nicht Winter!!!
Leider trifft das nur auf Draußen zu. In den Häusern ist sehr wohl Winter. Da in Andalusien Heizungen als überbewertet angesehen wercden, verzichtet man darauf und friert sich halt ein paar Wochen im Jahr die Hinterbacken ab. Die liebe Nici hat sich aber um mein heizungsverwöhntes Gemüt gesorgt und mir gleich 3 Decken übergeworfen. Danke!
Heute bin ich zu geschafft, um noch auf erste Streifzüge zu gehen. Morgen steht an erster Stelle Einschreibung an der Uni, gefolgt von Wohnungssuche (mit Heizung!) und, ach ja, das nächtliche Sevilla entdecken.
Viele Grüße nach Winter-Deutschland!
Mittwoch, 10. Februar 2010
Aller Anfang ist schwer…
Was für ein dummer Spruch. Und nicht einmal wahr. Wann war es bitte jemals schwer, das erste Stück Schokolade zu essen? Oder das Weintrinken anzufangen? Meistens ist der Anfang noch das Einfachste an der ganzen Geschichte – kompliziert wird’s oft erst, wenns ans Aufhören geht…
Deshalb verabschiede ich mich vom Fleck weg von oben stehendem Spruch und stelle fest: Aller Anfang ist leicht.
Mal sehen, ob mich das Leben eines Besseren belehrt. Morgen früh –genauer gesagt: zu einer wirklich unmenschlichen Zeit irgendwann zwischen Nacht und Morgengrauen- geht es nämlich los für mich: nach Sevilla!
Und damit keiner von euch ein halbes Jahr ohne mich auskommen muss, voilà ein BLOG, brandneu und wie aus dem Ei gepellt. Damit niemand im Nachhinein behaupten kann, er hätte mich vergessen =)